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VORURTEILE ÜBER DEN WEIN – DER REBSTOCK IST NICHT MIT DEN RÖMERN INS WALLIS GEKOMMEN!

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    Der Rebstock ist nicht mit den Römern ins Wallis gekommen!

    Wir schreiben das Jahr 1987: In der Nähe von Brig steht eine verblüffende archäologische Entdeckung bevor, die uns 2700 Jahre in die Vergangenheit zurückführen sollte. Auf der Baustelle für die Autobahn A9 wurden gerade Behausungen aus der Eisenzeit (um 700 v. Chr.) freigelegt. Die Archäologen, die zur Fundstelle geschickt werden, trauen ihren Augen nicht, als verkohlte Traubenkerne und versteinerte Reben zum Vorschein kommen. Diese Entdeckung deutet darauf hin, dass im Wallis schon lange vor der Ankunft der Römer um 27 v. Chr. Reben angebaut wurden. Ob damals aus den Trauben auch Wein hergestellt wurde, lässt sich allerdings nicht sagen, da die Ausgrabungen bisher keine Werkzeuge zu Tage brachten, die der Weinherstellung gedient haben könnten. Doch zweifellos wurde Wein getrunken, denn im ganzen Kanton wurden zahlreiche Amphoren ausgegraben, die zum Teil aus fernen Gegenden wie Sizilien oder Griechenland stammen und wissenschaftlich auf eine Zeit vor dem Römischen Reich datiert wurden. In Norditalien und im Tessin stellten die Töpfer kreiselförmige Gefässe her, so genannte Trottola-Vasen (italienisch für Kreisel), in denen Wein gelagert, gehandelt und konsumiert wurde. Im gesamten Rhonetal wurden bei Ausgrabungen zahlreiche solche Gefässe gefunden.

    Aber Ehre, wem Ehre gebührt: Die Ankunft der Römer trug zweifellos dazu bei, das tägliche Leben im Wallis angenehmer zu gestalten. Und mit dem Kult des Bacchus brachten sie im ganzen Reich mit Sicherheit auch einige gute Flaschen oder Amphoren Wein mit, die die Herzen der Walliser höherschlagen liessen!

     

     

Famille Rouvinez